Seit circa drei Jahrzehnten steigt die Zahl der Hautkrebsfälle signifikant an. Heller (oder weißer) Hautkrebs ist die häufigste Krebsart überhaupt. Es werden das Basalzell- (Basaliom)  und das Plattenepithelkarzinom unterschieden. Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 200.000 Menschen. Zur dritten Hauptform des Hautkrebses gehört das maligne Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs. Mehr als 21.000 Menschen sind pro Jahr hierzulande davon betroffen. Bei weiteren 9.000 Menschen wird eine Vorstufe des Melanoms diagnostiziert. Während beim Basaliom eine Metastasierung sehr selten auftritt, ist beim Plattenepithelkarzinom und vor allem beim malignen Melanom das Risiko, dass sich Metastasen in Organen ansiedeln, hoch.

Eine frühzeitige Diagnosestellung kann lebensrettend sein. Doch eine rein visuelle Kontrolle ist nicht ausreichend. Häufig werden Melanome nicht als solche erkannt oder verdächtige, aber nicht krankhafte Stellen fälschlicherweise entfernt. Das sogenannte Dermatoskop ist mittlerweile ein unverzichtbares Diagnosewerkzeug geworden. Mithilfe der Auflichtmikroskopie, einem nichtinvasiven Untersuchungsverfahren, werden so die Epidermis sowie die papilläre Dermis näher untersucht. Mit diesem Präzisionsinstrument mit justierbarem Abstand, spezieller Kontaktplatte und Kontaktmedium verbessert sich die Diagnostik pigmentierter und nichtpigmentierter Hauttumore ganz erheblich. Untersuchungen konnten belegen, dass die Erkennungsquote maligner Melanome um 16 % höher ist als bei einer rein visuellen Kontrolle. Ähnlich verhält es sich bei der Erkennung von Basaliomen. Bei Plattenepithelkarzinomen ist das Datenmaterial der Studien bisher nicht ausreichend. Noch höher ist die Erkennungsrate, wenn Bilder von Hautveränderungen digitalisiert (fotografiert und digital gespeichert) werden. Diese können dann in Verlaufskontrollen direkt miteinander verglichen werden und erhöhen noch einmal die Sensitivität und Spezifität der Untersuchungen.

Daher sollten Dermatologen in der Dermatoskopie und in der digitalen Dermatoskopie ausgebildet sein, um ihren Patienten eine spezifischere Vorsorgeuntersuchung anbieten zu können.

Bei besonders schwierig zu bewertenden unklaren Hauterscheinungen ist die konfokale Laserscan-Mikroskopie eine Diagnosemöglichkeit, um Veränderungen in tiefer gelegenen Hautschichten sichtbar zu machen. Die nur durch den Facharzt angewandte Methode erfordert mehr Zeit und Erfahrung als die vorher genannten. Die konfokale Lasermikroskopie hat gegenüber der Dermatoskopie eine deutlich höhere Sensitivität und stellt vor allem für Patienten mit sehr unklaren Verdachtsdiagnosen eine erhebliche Verbesserung in der Befunderhebung dar. Zudem werden drei Viertel weniger Patienten mit einer falschen Diagnose konfrontiert, bei der ein vermeintlicher Tumor operativ entfernt wird. Obwohl die konfokale Lasermikroskopie das effektivste Mittel in der Diagnosestellung ist, wird es aufgrund der hohen Kosten und der zusätzlichen Fortbildung der Fachärzte noch lange nicht landesweit angewendet..

Die dermatoskopische Untersuchung kann zwischen zehn und vierzig Euro kosten und ist vom Patienten selbst zu tragen, da sie nicht zum Leistungsumfang des einfachen Hautkrebsscreenings zählt. Einige Kassen erstatten ihren Mitgliedern die Kosten jedoch auf freiwilliger Basis.

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