Erhöhtes Krebsrisiko bei Diabetes mellitus?

Wissenschaftler des Helmholtz Institutes in München forschen seit geraumer Zeit zu den Zusammenhängen zwischen Stoffwechselerkrankungen und einer Tumorentstehung. Erkennbar sei dabei, dass Menschen mit Diabetes-Typ-2 ein bis zu 1,7-fach erhöhtes Risiko für bestimmte Tumorarten haben. Dazu zählen unter anderem Brust-, Darm-, Harnblasen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei einer genetischen Disposition gehe man auch von Darmkrebs aus. Epidemiologischen Studien belegen, das Übergewicht mit einem 4-fach höheren Risiko einhergeht, an Leberkrebs zu erkranken. Bereits bei einem BMI zwischen 25 und 30 sei das Risiko für bestimmte Tumorarten 1,5- bis 2-fach erhöht.

Bei Übergewicht und Diabetes laufen diverse entzündliche chronische Prozesse in den Organen ab. Dies kann das Wachstum eines Tumors begünstigen. Zudem hat eine Insulinresistenz bei Personen mit Prädiabetes oder mit einem unerkannten Typ-2-Diabetes eine gesteigerte Insulinausschüttung zur Folge. Insulin fördert das Zellwachstum, auch das genetisch defekter Zellen.

Des Weiteren konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass bestimmte Fettgewebshormone, die bei Menschen mit Übergewicht vermehrt aus dem Fettgewebe freigesetzt werden, bei der Entstehung einiger Krebsarten beteiligt sind. Wie eine Studie aus dem Jahr 2017 belegt, kann das Fettgewebshormon Leptin, das bei stark übergewichtigen Menschen in erhöhten Mengen im Blut nachweisbar ist, den Fettstoffwechsel in Brustkrebszellen beeinflussen. Dieser erhöhte Wert veranlasst die Krebszelle zur Bildung von Rezeptoren für das Leptin. Eine rasche Ausbreitung der Krebszellen und Metastasenbildung seien die Folge. Die Prognose für diese Patientinnen ist weitaus ungünstiger. Weiterhin wurde in der Auswertung der Studie deutlich, dass Patienten mit einem BMI größer 30 eine höhere Mortalität haben.

Die bisher vorliegenden Forschungsergebnisse geben erste Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Fettleibigkeit, Diabetes und einer Tumorerkrankung. Dennoch bleiben Fragen offen, die bisher nicht abschließend geklärt werden konnten. Das betrifft beispielsweise, wie der systemische Stoffwechsel mit dem Tumorstoffwechsel in Aktion tritt, ob der Stoffwechsel der Motor für das Wachstum eines Tumors ist und ob er diesen möglicherweise sogar auslösen kann. Außerdem ist zu klären, welche Rolle die bei Diabetes verordneten Medikamente für das Krebsrisiko bzw. für die Senkung des Krebsrisikos spielen.

Auch die Frage, weshalb bei Fettleibigkeit und Diabetes bestimmte Tumorarten gehäuft in Erscheinung treten, müsse weiter untersucht werden.

 

Quellen:

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