Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Der Gebärmutterhals ist von einer Schleimhaut überzogen. Aus Veränderungen einzelner Zellen dieser Schleimhaut können sich Krebsvorstufen entwickeln. Oftmals bilden sich solche Gewebeveränderungen von allein zurück. Wachsen diese jedoch unkontrolliert, dann entsteht daraus ein Tumor am unteren Ausgang der Gebärmutter. Dort verengt sich die Gebärmutter zu einem Kanal. Dieser endet mit dem äußeren Muttermund und verbindet den Gebärmutterkörper mit der Scheide (Zervix).

Wichtig zu wissen: Gebärmutterhalskrebs und Gebärmutterkörperkrebs sind verschiedene Krebsarten: Nicht nur Ursache und Verlauf unterscheiden sich, auch die Therapie ist für Patientinnen unterschiedlich.

Der Tumor kann in tiefere Gewebeschichten infiltrieren und sich in den Gebärmutterkörper, die Scheide oder das umliegende Bindegewebe ausbreiten. In fortgeschrittenem Stadium können die Beckenwand und angrenzende Organe ebenfalls betroffen sein. Metastasen bilden sich vor allem in der Lunge, den Knochen oder der Leber.

Welche Symptome gibt es?

Erste Symptome für Gebärmutterhalskrebs können sein:

  • ein ungewöhnlicher Ausfluss aus der Scheide, zum Beispiel anders gefärbt als sonst oder übelriechend,
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr,
  • Blutungen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr,
  • Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus oder nach den Wechseljahren.

Solche Symptome treten aber nicht nur bei Gebärmutterhalskrebs auf, sondern auch bei anderen Erkrankungen oder einer Entzündung. Daher ist eine Abklärung durch den Frauenarzt wichtig.

Symptome bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs können sein:

  • Schmerzen im Becken oder im unteren Rücken,
  • geschwollene Beine durch einen Stau von Lymphflüssigkeit,
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang.

Die Diagnostik

Nach einer gynäkologischen Untersuchung werden Gewebeproben entnommen. Bestätigt sich der Verdacht einer bösartigen Erkrankung, können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomografie folgen. In einer ersten OP kann beurteilt werden, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.

Die Therapie

Bei Frauen im frühen Erkrankungsstadium wird die Gebärmutter operativ entfernt. Für manche Frauen mit Kinderwunsch kann je nach Befund eine kleinere Operation unter Erhaltung der Gebärmutter durchgeführt werden. Ist der Tumor bereits größer oder hat umliegendes Gewebe infiltriert, werden Bestrahlung und Chemotherapie angewandt.

Die Immuntherapie

Bei Patientinnen mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung oder Metastasen kann eine Immuntherapie mit einem PD1-Checkpointblocker sinnvoll sein. Dafür müssen ihre Krebszellen einen sogenannten Biomarker tragen. Dieser soll Angriffspunkt für Medikamente sein, welche ambulant im Abstand von mehreren Wochen als Infusion, meist über eine Stunde, verabreicht werden. Die positiven Ergebnisse der Phase III-Studie KEYNOTE-826 wurden in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.

An der Phase III-Studie nahmen 608 Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs teil, der sich unter anderen Therapien nicht verbesserte, wiederkehrte oder sich in anderen Organen mit Metastasen ansiedelte. Sie erhielten zusätzlich zur Chemotherapie, die mit oder ohne Angiogenesehemmer durchgeführt wurde, eine Immuntherapie mit einem PD1-Blocker oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Infolge der zusätzlichen Immuntherapie verbesserte sich das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, sehr deutlich. Dies galt unabhängig davon, ob es sich bei dem Tumor um ein Adenokarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom gehandelt hatte. Und auch das Gesamtüberleben war zwei Jahre nach der Diagnose in der Immuntherapiegruppe besser als in der Placebogruppe.

Gibt es Nebenwirkungen?

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Blutarmut und ein Rückgang der weißen Blutzellen, beides kam in der Immuntherapiegruppe etwas häufiger als in der Placebogruppe vor.

Die Medikamente können Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben. Dazu gehören Blutgerinnsel (Thrombosen) oder Bluthochdruck. Nervenschäden, Verstopfung oder Durchfall und Hautprobleme können ebenfalls möglich sein.

Die Nebenwirkungen einer Immuntherapie sind die Folge einer überschießenden Immunreaktion.  Fieber, Ausschläge und Juckreiz an der Haut, aber auch Entzündungen des Darms, der Leber, der Nieren oder der Lunge können auftreten.

 

Quellenverzeichnis:

www.doccheck.de

www.krebsgesellschaft.de

www.medscape.de

 

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