Künstlerische Therapien während einer Krebsbehandlung

Was zunächst für manch einen Krebspatienten wie ein Scherz klingen mag, kann für viele Betroffene ein Segen und Lichtblick im Alltag sein: Künstlerische Therapien. Diese ersetzen selbstverständlich nicht die klassische Schulmedizin und stellen keine Alternative zu den notwendigen Behandlungen dar. Vielmehr kann die Beschäftigung mit künstlerischen Therapien eine Kraftquelle in der veränderten Lebenssituation sein. Viele Patienten, deren Leben sich oft nur noch um die eigene Krankheit, die Therapien, möglicherweise auch um Ängste und Zukunftssorgen dreht, schöpfen hier neue Energie. Betroffene können sich auf angenehme Dinge konzentrieren und sich damit ganz bewusst von negativen und belastenden Gefühlen ablenken. Während der letzten Jahre wurden vermehrt psychoonkologische Studien zu künstlerischen Therapien durchgeführt. Nachweisbar waren die Steigerung des Wohlbefindens sowie eine Stressreduktion.

Wie wirken künstlerische Therapien?

Durch die Beschäftigung mit der eigenen Kreativität soll die Verarbeitung der Krankheit unterstützt und somit das Wohlbefinden verbessert werden. Außerdem erlangt der Patient wieder die psychische Kontrolle über sich. Er entscheidet, was gemacht wird und wie das Ergebnis aussehen kann. Diese Erfahrung stellt einen wichtigen Baustein in der Krankheitsbewältigung dar, denn oft fühlen sich Betroffene während der Therapiephase ausgeliefert und fremdgesteuert. Eine Veränderung der eigenen Körperwahrnehmung ist ein nicht zu unterschätzender Prozess. Aber auch eine Regulation von Gefühlen und Emotionen, die Verminderung der psychischen und physischen Anspannung sowie die Unterstützung bei der Behandlung körperlicher Symptome können durch diese ergänzende Therapieanwendung erreicht werden. Die künstlerischen Therapien gehören deshalb auch zu den erlebnis- und handlungsorientierten Formen der Psychotherapie.

Welche Formen der künstlerischen Therapien gibt es?

Bei der Entscheidung über eine geeignete künstlerische Therapie gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Angeboten. Selbstverständlich steht die persönliche Neigung der Interessenten im Vordergrund. Künstlerische Therapien bieten vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten anhand verschiedener Techniken wie Bewegung, Farbe, Form und Musik. Folgende Angebote gibt es:

Musiktherapie

Die Musiktherapie hilft, indem entweder durch aktives Musizieren oder passives Hören auf einer nicht sprachlichen Ebene Stimmungen zum Ausdruck gebracht werden. Diese nonverbale Art, sich mitzuteilen, bietet die Möglichkeit, spielerisch neue Erfahrungen zu sammeln. Es gibt kein richtiges oder falsches Spielen. Weiterhin hat sich die Musiktherapie bewährt, um krankheits- oder behandlungsbedingte Einschränkungen wie feinmotorische Störungen (z.B. Polyneuropathien der Finger), Schlafstörungen oder auch tumorbedingte Schmerzen sowie emotionale Probleme wie Angst, Spannung und Depression zu mildern.

Tanztherapie

Das Tanzen bietet die Möglichkeit, die Körperwahrnehmung zu unterstützen und durch die Bewegung Stress und Anspannung abzubauen. Die Übungen verbessern den Bodenkontakt und Bewegungsfluss. Die Tanztherapie kann krankheitsbedingte Ängste und Depressivität mildern und das Wohlbefinden verbessern.

Schreibtherapie

Über das kreative Schreiben kommt es häufig zum Kanalisieren der Emotionen wie Ängste, Wut, Verzweiflung aber auch Zuversicht und Hoffnung.

Maltherapie

Die Maltherapie lädt zum Experimentieren mit unterschiedlichen Techniken und Farben ein. Farben können anregen oder zur Entspannung beitragen. Experimentelles Gestalten mit Farben unterstützt dabei, auf spielerische Art und Weise eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Über diesen Kanal finden Patienten oftmals wieder den Kontakt zu sich selbst. Gerade bei Kindern, die mitunter noch nicht in der Lage sind, ihre Gefühle zu reflektieren und ihrer Umwelt gegenüber auszudrücken, bildet die Maltherapie eine geeignete Möglichkeit, sich zu artikulieren.

Therapeutisches Plastizieren

Hierbei wird mit den Händen weiche formbare Tonerde berührt, gestaltet und nach eigenen Vorstellungen geformt. Dadurch werden unterschiedliche Sinnesqualitäten angesprochen: der Tastsinn, der Gleichgewichtssinn, die Körperwahrnehmung. Es soll dabei unterstützen, mit der Welt in Kontakt zu treten und sich selbst wieder spüren zu können. Ebenso wird das Vertrauen in das eigene Handeln gestärkt.

Wo findet man geeignete Therapieangebote?

Bei einigen Landeskrebsgesellschaften können Interessierte Auskunft über ein umfassendes Angebot an künstlerischen Therapien erhalten. Auf der jeweiligen Internetseite werden die Veranstaltungen und Kurse regelmäßig aktualisiert.

 

Quellenverzeichnis

www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis

www.ukf-reha.de/behandlung/kuenstlerische-therapien

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