Muskeln - mehr als nur pure Ästhetik

Muskeln vereinnahmen 30 bis 50 % unseres Körpergewichtes und sind das größte Organ des Körpers. Sie steuern nicht nur unsere täglichen Bewegungen sondern auch den Stoffwechsel und das Immunsystem. Sie beeinflussen sowohl den Hormonhaushalt als auch den Blutzuckerspiegel und stemmen 75 % der Glucoseaufnahme. Muskeln sind verantwortlich für die Produktion von entzündungshemmenden Botenstoffen und stellen einen wichtigen Katalysator bei der Energieverbrennung dar. Die Muskelmasse ist im Alter von 20 bis 40 Jahren am stärksten ausgebildet. Ab ca. 40 Jahren baut sie 0,5 % pro Jahr ab, nach 50 ca.1 bis 2 %, und ab 60 sogar 3 %.

Die Folgen von Muskelabbau

Weniger Belastbarkeit

Je weniger Muskelmasse ein Mensch hat, desto höher ist die Gefahr von Unfällen und einer zunehmenden Gebrechlichkeit. Dies betrifft jedoch keineswegs nur ältere Menschen. Bewegungsmangel, Übergewicht und ungesunde Ernährung beschleunigen den Abbau. Somit können auch jüngere Menschen ihre Belastungsfähigkeit einbüßen.

Diabetesrisiko steigt

Die hormonähnlichen Botenstoffe in den Muskeln beeinflussen unsere zentralen Organe wie Gehirn, Leber, Herz und Darm. Bauen Muskeln ab, können diese Organe erkranken oder Stoffwechselstörungen entstehen. Da die Muskulatur die Glucoseaufnahme steuert, geht ein Verlust der Muskelmasse mit einem erhöhten Risiko für Fettstoffwechselstörungen und Typ 2 Diabetes einher.

Gewichtszunahme

Je weniger Muskelmasse vorhanden ist, desto niedriger ist der Kalorienverbrauch. Die Folge ist eine Gewichtszunahme.

Schwaches Immunsystem – schlechtere Heilungschancen

Muskelmasse dient als Eiweißspeicher des Körpers. In bestimmten Notsituationen, z.B. nach Operationen, Unfällen oder Krankheiten, werden Muskelproteine abgebaut. Dies ist für die Reparaturprozesse wichtig. Je weniger Muskelmasse vorhanden ist, desto schlechter sind die Heilungschancen. So haben Patienten mit Krebs und niedriger Muskelmasse statistisch betrachtet geringere Überlebenszeiten.

Vorteile des Muskeltrainings

Krafttraining ist empfehlenswert. Es sorgt nicht nur für mehr Muskelmasse, sondern beugt vorzeitiger Alterung und chronischen Krankheiten vor. Widerstandstraining verlangsamt diesen Prozess, steigert die Energieproduktion und reduziert oxidativen Stress.

Vor allem im Alter ist das Muskeltraining besonders wichtig, um dem degenerativen altersbedingten Abbau der Skelettmuskulatur vorzubeugen. Dies steigert die körperliche Leistungsfähigkeit und verringert die Neigung zu Stürzen und Knochenbrüchen.

Gleichzeitig stärkt es die Knochen und beugt Osteoporose vor.

Darüber hinaus regulieren Muskeln entzündliche Prozesse. Sie verbessern den Fettstoffwechsel, schützen Herz und Gefäße und verringern das Risiko für chronische Erkrankungen wie Arthritis oder Herzinfarkt.

Je aktiver Muskeln sind, desto geringer ist das Risiko für Erkrankungen des Gehirns wie Demenz oder Alzheimer. Auch Alterungsprozesse laufen langsamer ab.

Studien belegen, dass Myokine (hormonähnliche Botenstoffe, die von der Muskulatur bei körperlicher Aktivität produziert und ausgeschüttet werden) das Wachstum, die Teilung und die Bewegung von Krebszellen beeinflussen. Sport ersetzt zwar keine Medikamente, aber die Prognose von Krebspatienten kann sich durch regelmäßiges Krafttraining deutlich verbessern. Je nach Tumorart kann das Fortschreiten der Krankheit oder ein Rückfall bei Genesenen um 10 bis 40 % reduziert werden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Für Kraftaufbau ist es nie zu spät. Sogar 70-, 80- oder 90-Jährige profitieren davon. Schon nach 8 bis 12 Wochen Training nehmen Kraft und Muskelmasse spürbar zu. Dennoch sind Personen, die frühzeitig mit Krafttraining beginnen, deutlich im Vorteil, da sie bereits Reserven gebildet haben. Je früher man Muskelmasse aufbaut, desto besser ist der Schutz vor Diabetes, Osteoporose, Herzkrankheiten und Unfällen. Studien zeigen, dass sich mit zwei Stunden strukturiertem Krafttraining in der Woche schon viel erreichen lässt.

 

Quellenverzeichnis:

www.medscape.de

www.tagesschau.de /Muskulatur ist die beste Medizin/17.07.24

 

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