Er ist in der Kritik und wird in Deutschland von den Krankenkassen nicht bezahlt. Von Ärzten wird er weiter empfohlen: Der PSA-Test als Früherkennungsuntersuchung für Prostatakrebs. Wie kommt es zu dieser Kritik? Und was muss bedacht werden, wenn der Wert erhöht erscheint?

Was ist der PSA-Wert?

PSA steht für Prostate-specific antigen. Es ist ein Protein, das in der Prostata produziert wird. Die PSA- Produktion steigt mit  dem Alter, da sich das Organ mit dem Alter auch vergrößert. Aber auch, wenn in der Prostata Belastungen auftreten, regt das die „Vorsteherdrüse“ zur erhöhten Produktion von PSA an. Diese Belastungen können Entzündungen in der Prostata, ein Harnwegsinfekt, physische Reize (wie sie z.B. beim Rad fahren entstehen), Geschlechtsverkehr oder eben ein Tumor sein.

Wie wird der PSA-Wert bestimmt?

Die Prostata schüttet dieses Protein in das Blut aus. Aus diesem Grund besteht der Test in einer Blutabnahme mit anschließender Untersuchung im Labor. Das ist ein Vorteil der Methode: Sie ist kaum invasiv und nahezu risikolos.
Was ist zu bedenken, wenn der Wert erhöht ist?
Wie die oben genannten Ursachen schon erahnen lassen: Der PSA-Wert ist eine Momentaufnahme. Ist er erhöht, kann das zwei Monate später schon wieder ganz anders aussehen. Aus diesem Grund wird vielen Männern auch zu einer Wiederholung des Tests geraten.
Dazu kommt, dass der Wert nicht nur altersabhängig, sondern auch individuell sehr unterschiedlich hoch sein kann, ohne dass dies eine erkennbare Ursache hat. Dies möchte man heute lösen, indem man relativ jungen Männern (ab ca. 40Jahre) zu einem PSA-Test rät. Damit liegt ein „Anfangswert“ vor, den man bei späteren Untersuchungen als Grundwert hat. Denn entscheidend ist nicht der aktuelle Wert, sondern seine Veränderung. Steigt der PSA-Wert im Laufe der Jahre an, ist dies durchaus ein Zeichen für einen wachsenden Tumor.

Die Kritik am PSA-Wert

Auch wenn es dann wirklich ein Tumor ist: Der PSA-Wert ist kein Indiz für einen bösartigen Tumor. Es kann auch ein langsam wachsender Tumor vorliegen, der niemals eine Bedrohung dargestellt hätte. Da die Unterscheidung zwischen ungefährlichem und bösartigem Tumor von außen nicht ohne Weiteres möglich ist, werden die betroffenen Männer oft behandelt. Kritiker sagen, dass es durch den PSA-Test heute zu einer Übertherapie kommt.
Dabei bleiben die Therapien oftmals nicht folgenlos: Die Operation, die auch bei kleinen Tumoren durchgeführt wird, kann zu Impotenz und Inkontinenz führen. Die Strahlentherapie hat akute Nebenwirkungen wie z.B. Entzündungen der Schleimhäute in Blase und Harnwegen, die Schmerzen beim Wasserlassen verursachen.
In den Medien sorgte die Meldung für Aufsehen, dass die Diagnostik die Sterblichkeit nicht oder sehr wenig verändert hat, obwohl sie die Zahl der Krebs-Diagnosen und Behandlungen in Folge in die Höhe schießen ließ.

Und wann wird er noch genutzt?

Nach unserer Meinung ist der PSA-Wert mit Sicherheit nicht der perfekte Marker. Er ist jedoch die einzige sensitive und vor allem nicht invasive Methode, die aktuell verfügbar ist, um ein Prostatakarzinom im Frühstadium zu erkennen. Deshalb wird er auch leitenliniengerecht regelmäßig zur Tumorvorsorge bestimmt.
Nach der Diagnosestellung eines Prostatakrebses wird der PSA-Wert weiter regelmäßig bestimmt. Entweder als Hinweis auf ein Tumorwachstum bei der „aktiven Überwachung“ (=active surveillance), oder als Erfolgskontrolle unter der Therapie.
Der PSA-Test steht nie allein, es folgen weitere Untersuchungen, die nach dem Grund für einen erhöhten PSA-Wert vorliegen.
Dazu gehören die rektale Tastuntersuchung und die Ultraschall-geführte Stanzbiopsie. Letztere findet unter lokaler Betäubung statt. Der Arzt entnimmt mehrere kleine Gewebeproben, die anschließend im Labor untersucht werden. Sollten in den Gewebeproben bösartige Zellen nachgewiesen werden, wird ihr Arzt mit Ihnen das weitere Vorgehen besprechen. Wird nichts gefunden, wird meist abgewartet. Ist der PSA-Wert in Verlaufskontrollen fortbestehend hoch, werden weitere PSA-Tests zu einem späteren Zeitpunkt veranlasst.
Ein erhöhter PSA-Wert ist nicht gleich ein fatales Ereignis. Nur ist es wichtig, alle Möglichkeiten der weiteren Untersuchungen auszuschöpfen und mit Ihren behandelnden Arzt zu besprechen, um die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

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